
"Wir
sollen nicht sein, wie die Väter waren, aber wir sollen zusehen, wie sie sich
verhalten haben – im Erfolg und Misserfolg. Nur so werden wir geschichtsfähig,
und eben: nur der Geschichtsfähige hat eine Gegenwart und eine Zukunft.

Diese
Zeilen, verfasst durch Hans Wysling, schliessen in ihrer Interpretation selbstverständlich
nicht nur die männlichen, sondern ebenso die weiblichen Vorfahren, also alle
Mütter mit ein.
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Die Ahnentafel (Aszendenztafel) ist nach mathematischen
Gesetzen

aufgebaut. Hier erscheinen alle Vorfahren, auch jene mütterlicherseits.
Ausgangspunkt bildet eine einzige Person (Proband), welche weiblich oder männlich
sein kann. Vom Probanden aus werden in der zweiten Generation die Eltern, in
der dritten Generation vier Grosseltern genannt. Sofern alle Vorfahren ausfindig
gemacht werden können, sind in der elften Generation insgesamt 1'024 Vorfahren
in der Ahnentafel aufgeführt.
Die Aszendenztafel gleicht einem geheimnisvollen Buch, in dem die Voraussetzungen
eines Menschendaseins aufgeführt sind. Von allen diesen Vorfahren - und
nur von diesen - erbt der Proband seine Anlagen. Ausserhalb der Ahnentafel kann
es keine Erbanlagen geben. Man mag von einem Onkel oder einem Vetter Geld und
Gut erben, niemals aber seine Eigenschaften. Als Ahnenverlust bezeichnet
man das Auftreten von Geschwistern als Ahnen und ist frühestens in der
dritten, in der Regel aber in späteren Generationen möglich und führt
zum mehrfachen Auftreten von deren Eltern in der nächsten zurückliegenden
Generation. Vor der dritten Generation zählt Ahnenverlust zur Blutsverwandtschaft
und bildet ein Ehehindernis. Durch Ahnenverlust verringert sich die Anzahl der
tatsächlichen gegenüber der theoretisch möglichen Ahnen.
Die Nummerierung der Ahnentafel wurde nach

dem System des bekannten deutschen Juristen und Genealogen Stephan Kekulé
von Stradonitz (1863-1933) eingeführt, und sie ist heute noch gültig.
Er ging vom Prinzip aus, dass jeder Mensch zwei Eltern, vier Grosseltern, acht
Urgrosseltern, etc., hat. Der Proband erhält die Nummer "1",
die Eltern "2" und "3", die Grosseltern"4" bis
"7", usw. Aus dieser simplen Zahlenreihe ergeben sich eine ganze
Reihe von mathematischen Gesetzmässigkeiten, die eine einfache Interpretation
ermöglichen, auch wenn nur eine einzige Zahl bekannt ist. Ohne dass es
Kekulé von Stradonitz bewusst geworden wäre, hat er dabei die Gedanken
französischer, italienischer und spanischer Genealogen des 17. Jahrhunderts
aufgenommen, die eines Ménestrier, Le Laboureurn und G. von Sosa.